Kohlmeisen in der Stadt singen heller, schneller und kürzer als ihre Verwandten im Wald. Das haben zwei niederländische Biologen mit Tonaufnahmen in Berlin, London, Paris und sieben anderen europäischen Städten belegt. Die Stadtvögel haben etwa ihre Liebeslieder zur Partnersuche und die Gesänge zur Revierverteidigung an den Stadtlärm angepasst, wie Hans Slabbekoorn und Ardie den Boer-Visser von der Uni Leiden berichten. In allen zehn Städten beobachteten die Forscher dasselbe: Um sich von den tiefen Tönen des urbanen Grundrauschens besser abzuheben, trällerten die Kohlmeisen in höheren Tonlagen als ihre Vettern in nahe gelegenen Wäldern. Abgesehen von den kürzeren und schneller gesungenen Liedern benutzten sie öfter auch atypische Tonfolgen.
Quelle: Saarbrücker Zeitung, 4.12.06